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Bilder "korrigieren"

Beim Bearbeiten seiner Fotos kann man so manche Überraschung erleben. Nicht nur, dass da auf einmal Objekte drauf sind (meistens Menschen), die man beim Fotografieren nicht gesehen hat. Oder dass das Bild auf einmal so ansprechend wird, dass man sich regelrecht darin verliebt.

Korrigiertes Häuschen.
Korrigiertes Häuschen.

Mir ist letztens passiert, dass ich dieses Häuschen korrigiert habe, weil es schräg gestanden ist. Ein ganz normaler Vorgang, sollte man meinen, dieses in die Senkrechte bringen. Ich war ordentlich erschrocken, als ich das Bild sah, dachte ich doch von mir, ich würde so etwas schon beim Fotografieren bemerken. Habe ich es also in die Senkrechte gebracht.

Ein neuerlicher Fotospaziergang ein paar Wochen später hatte mich eines besseren belehrt: das Häuschen steht tatsächlich schief!

Schiefes Häuschen.
Das Häuschen steht tatsächlich schief.

Na, das ist doch ordentlich schief, nicht? Bin ich froh, dass ich die Originaldatei nicht manipuliere oder gar wegschmeisse! (Das Foto hier ist ein paar Wochen später entstanden. Die Äpfel haben schon ordentlich nachgereift und werden rot.)

Ein Besuch im Schwetzinger Schlossgarten

Wir (Julia, ihr Mann und ich) waren im Schwetzinger Schlossgarten, am letzten Tag, bevor sich das Wetter eingetrübt hat. Es waren viele Leute im Schlossgarten, aber der ist so riesig, dass er auch viele schlucken kann, ohne dass man sich auf den Füssen rumtrampelt. Einige Hochzeitsshootings wurden auch gemacht. Eine Braut war so pfiffig, unter ihrem voluminösen Brautkleid grüne Chucks zu tragen fürs Fotoshooting im Park statt hochhackiger Schuhe. Recht hatte sie!

weisse Brücke
Das typische Motiv im Schlossgarten: Ein weisses Brückchen über dem Flüsschen.

Wir nun hatten dort unseren persönlichen Führer getroffen. Ein Rentner, der seit ein paar Jahren fast jeden Tag in den Park kommt. Erst zur Entspannung in einer Lebenskrise, mittlerweile ist es ihm zur Gewohheit geworden. Ein netter Herr, mit dem wir uns gut verstanden haben, der uns gerne geführt hat und nie aufdringlich dabei war. Ich hoffe, wir treffen ihn wieder!
Zum Eingang erzählte er uns, dass ein Gänsepärchen (kanadische Wildgans und so eine weisse) miteinander verheiratet seien, deren Kinder aber wiederum keine Mischlinge seien, sondern rein weiss. Tiefenentspannt seien sie, wüssten genau, wen sie mögen und wen nicht.
Zum Ausgang liess er uns Rätsel raten (und erklärte dann auch) über die Uhr am Ausgang. Die ist so alt, dass sie anfangs nur einen (grossen) Zeiger hatte, den Stundenzeiger. Sehr viel später ist der (kleine) Minutenzeiger eingebaut worden. So kommt es, dass Besucher irritiert sind, wenn sie auf diese Uhr blicken, denn normalerweise ist der Stundenzeiger klein und der Minutenzeiger gross, so wie wir es heute kennen.

Mehrere Stunden waren wir im Garten, heute bin ich ganz erledigt davon.
Von den meisten meiner Bilder bin ich nicht überzeugt, aber so ist das, wenn man "zum ersten Mal" (vor langer Zeit war ich im Schlossgarten) einen Ort besichtigt (wie ich im vorigen Posting erklärt habe).

Wieder im Maudacher Bruch

Am Montag war ich wieder im Maudacher Bruch, diesmal habe ich einem Freund dieses schöne Landschaftsschutzgebiet gezeigt. Der Freund ist malade, war an dem Tag auch nicht so fit (wollte aber auf jeden Fall mit), sodass wir "nur" um den Jägerweiher gegangen sind.

Jägerweiher
Der Jägerweiher im Maudacher Bruch.

Es war ein wunderbarer Tag, nicht zu heiss, nicht zu kalt, und der Freund hat nur so gestaunt über die friedvolle Atmosphäre dort. So etwas hätte er mit Ludwigshafen nicht verbunden, meinte er.

Zwei Boote.
Zwei Boote am Ufer des Jägerweihers.

Wir haben beide Fotos gemacht, aber er hat sich beim Durchsehen seiner Bilder hinterher geärgert, dass die Atmosphäre auf seinen nicht rüberkam. Aber so ist das, wenn man zum ersten Mal an einer Location ist, dann kommt auf den Bildern die Atmosphäre nicht so rüber. Ein guter Grund, nochmal hinzugehen. (Als ob es sonst keinen gäbe!)

"nur" schön, mehr nicht

Gestern hatte ich es mit einem Freund über Fotografien und Fotografen und Verkaufen der Fotos und sind dann auf die Fotografien einer Bekannten zu sprechen gekommen, die schöne Fotos macht.
Ja, schön sind sie, aber mehr nicht. Nett halt. Weder interessant noch spannend noch ... Ihr reicht das.
Ich hatte sie vor Jahren mal gefragt, was für Feedback sie sich wünscht. Feedback, mit dem man was anfangen kann, mit dem man arbeiten kann, an dem man wachsen kann? Sie meinte, "schön" würde ihr reichen.
So sehen die Fotos auch aus, schön eben. Keine Entwicklung gewünscht.

Da ticke ich anders. Ich lese doch immer wieder bei David duChemin, und passend zu dieser Attitüde finde ich seinen Podcast über Without the Gargoyles (ohne die Wasserspeier). Sie stehen bei ihm stellvertrend für die meist negativen Gesetze, die wir im Kopf haben (vielleicht auch von anderen ausgesprochen), und die unsere Kreativität massgeblich beeinträchtigen. Mir scheint, die hemmen nicht nur unsere Kreativität, sie hindern uns allgemein am Wachsen und an unserer Entwicklung.

Am Beispiel: "Schön" klingt positiv, aber es wird nicht hinterfragt. Ist das möglicherweise ein Relikt aus weiblicher Sozialisation? Schön zu sein, dekorativ zu sein, aber nichts zu hinterfragen?
Ich weiss nicht, ob das auf diese Fotografin zutrifft. So gut kenne ich sie nicht. Auch wenn es stimmt, dass sie der erzkonservativen Szene zuzuordnen ist.

Für mich heisst dieses Beispiel: Ich kann ruhig munter drauflosfotografieren, mich entwickeln und meine Fotos zur Schau stellen. Sie sind nicht schlechter als die der Fotografen, die ihre Fotos sogar verkaufen.
Ich dachte immer, die Fotografie sei so ein schlimmer Markt, weil so viele Leute fotografieren und schöne Bilder machen. Dass es zwischen "schön" und "schön" massive Unterschiede gibt, das war mir nicht klar.

Smartphone-Gadget: Das Putztuch

Seit ich ein Smartphone habe, wundere ich mich, wie andere das immer schaffen, beim Greifen nach diesem Smartphone die Linse nicht zu berühren.
Nach der Lektüre einiger Smartphone-Fotografie-Bücher von Simone Naumann ist mir klar: Alle anderen haben dasselbe Problem. Denn Frau Naumann empfiehlt als ganz wichtiges Utensil: Das (Brillen-)Putztuch für eine klare Optik.
Dafür wundere ich mich jetzt, wieso ich nie jemanden die Optik reinigen sehe. Ich jedenfalls, ich greife in meine Tasche, ziehe mein Smartphone raus und - zack - bin ich schon wieder mit einem Finger auf der Linse. Das muss geputzt werden.