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Zufriedenheit mit einem künstlerischen Hobby.

Gerne lese ich im Blog von Markus Wäger mit, in dem es ganz viel um Fotografie geht. Er versteht nicht nur viel vom Fotografieren, er bringt es auch gut rüber und v.a. ist er geerdet. Da findet sich nichts vom deutschen Geniebegriff (dass dem Begnadeten alles vom Himmel fällt) oder von Starkult oder was weiss ich.

Er hat in seinem Blog auch eine Rubrik in der Seitenleiste, die ich mir gestern mal näher angeguckt habe. Dort verlinkt er auf Artikel in seinem Blog, die auf den Tag genau ein oder mehr Jahre älter sind. Der Artikel Nie zufrieden stach mir ins Auge. Er ist relativ kurz, so kurz, dass ich ihn hier zitiere:

Viele Fotografen sagen, man dürfe nie zufrieden mit seinen Fotos sein. Ich habe früher einmal Bass gespielt. Ich war nie zufrieden damit, wie ich spielte. Vor etwa 20 Jahren habe ich aufgehört.

Wisst Ihr, ein Hobby kann einem ganz schön verleidet werden, wenn man daraus keine Zufriedenheit schöpfen darf. Kurz gesagt: Wenn man nicht seinen eigenen Weg gehen darf. Der mag sich auf welchem Niveau auch immer einpendeln, aber es ist der eigene Weg. Es ist ein Wunder, dass ich beim Geigespielen geblieben bin, soviel Mist wie ich mit der Geige erlebt habe. Ich habe den Eindruck, der Wahnsinn fängt beim Fotografieren noch früher an.

So tut es mir gut, bei Markus Wäger mitzulesen. Das erdet auch mich und gibt mir Munition gegen die vielen Besserwisser, die das Fotografieren auf welche Art auch immer irgendwie abgehoben sehen.
Seine kreative Fotoschule, die er nun auf youtube nach und nach online stellt (noch gibt es sie beim Rheinwerk-Verlag zu kaufen), kann ich nur empfehlen. Mir hilft sie viel.

Wie ich zum Fotografieren kam.

Das war eine Frage, die ich heute auf Insta aufgeschnappt habe (obwohl sie nicht an mich gerichtet war). Dennoch, ich erinnere mich an meine Anfänge.

Also, die allerersten Anfänge lagen in meiner Kindheit. Alles analog, ich ganz alleine, ohne Anleitung. Ohne Anleitung und Austausch ist Fotografieren Mist, also bin ich nicht weiter gediehen.

Dann - längst erwachsen und im digitalen Fotografierzeitalter angekommen - habe ich einen Freund in der Eifel besucht. Herrlich, diese dunklen Häuser aus Lavagestein. Da habe ich es sehr bedauert, keinen Fotoapparat zu besitzen. Bilder von diesen Häusern hätte ich gerne mit nach Hause genommen.

Einem anderen Freund - der ewige Händler seines Zeichens - hatte ich das erzählt. Er besorgte mir eine kleine Sony, die schon ordentlich fotografierte. Bis zu ihrem Ableben hatte ich sie im Gebrauch. Mittlerweile fotografiere ich mit den Reisekameras von Lumix.

So richtig, richtig zum Fotografieren kam ich durch meine Fotogruppe, weil man da endlich durch die jeweils anderen Austausch und Anregung erfährt. (Ich finde auch, ich habe mich rasant verbessert.) Es ist nicht eine der "üblichen" Fotogruppen, weil die Teilnehmer unterschiedlich viel Geld haben. Wir legen also nicht gerade Wert auf das supertollste Equipment, sondern wir möchten viel Freude daran haben und uns fotografisch weiterenwickeln. Ich habe sogar den Verdacht, dass sich das fotografische Auge leichter an einfachen Kameras oder an Smartphones schulen lässt, weil man da nicht so viel technischen Schnickschnack beachten muss oder kann.

Bildbearbeitung in jpg oder in raw.

Eine zeitlang habe ich dieses Jahr meine Fotos als jpg bearbeitet. Es ist so schön bequem, die Einstellungen im Bildbearbeitungsprogramm (ich habe nichts von Adobe auf meinem Rechner) sind einfach zu begreifen. Es geht einfach schnell.

Nun stricke ich viel und bin in einer sehr grossen Strickcommunity mit einer sagenhaften Datenbank, in der man seine Projekte ablegen und die anderer untersuchen kann. Dazu gehören immer auch Bilder. Ich brauche dafür keine künstlerischen Bilder (das würde eine raw-Bearbeitung erfordern), sondern praktikable, auf denen man sieht, worauf es ankommt (bei Socken eine spezielle Ferse etwa). Also reicht jpg-Bearbeitung locker.

In letzter Zeit lasse ich öfter mal Abzüge machen (auch grosse) und stelle sie dann aus (bei mir auf Arbeit - da ist ein langer Gang, völlig grau, die leeren Pinnwände auch grau, das schreit nach Verschönerung). Ich denke, dafür ist raw-Bearbeitung angesagt.

Es hat sich dennoch gelohnt, erstmal für eine Weile auf reine jpg-Bearbeitung umzusteigen, um sich an die Bearbeiterei zu gewöhnen, das Auge für den Prozess der Wandlung zu schulen. Ich merke jetzt, dass ich mich in meinem raw-Bearbeitungsprogramm nun wohler fühle, obwohl ich für die jpg-Bearbeitung ein anderes benutze, dessen Oberfläche ganz anders ist.

Bilder "korrigieren"

Beim Bearbeiten seiner Fotos kann man so manche Überraschung erleben. Nicht nur, dass da auf einmal Objekte drauf sind (meistens Menschen), die man beim Fotografieren nicht gesehen hat. Oder dass das Bild auf einmal so ansprechend wird, dass man sich regelrecht darin verliebt.

Korrigiertes Häuschen.
Korrigiertes Häuschen.

Mir ist letztens passiert, dass ich dieses Häuschen korrigiert habe, weil es schräg gestanden ist. Ein ganz normaler Vorgang, sollte man meinen, dieses in die Senkrechte bringen. Ich war ordentlich erschrocken, als ich das Bild sah, dachte ich doch von mir, ich würde so etwas schon beim Fotografieren bemerken. Habe ich es also in die Senkrechte gebracht.

Ein neuerlicher Fotospaziergang ein paar Wochen später hatte mich eines besseren belehrt: das Häuschen steht tatsächlich schief!

Schiefes Häuschen.
Das Häuschen steht tatsächlich schief.

Na, das ist doch ordentlich schief, nicht? Bin ich froh, dass ich die Originaldatei nicht manipuliere oder gar wegschmeisse! (Das Foto hier ist ein paar Wochen später entstanden. Die Äpfel haben schon ordentlich nachgereift und werden rot.)

Ein Besuch im Schwetzinger Schlossgarten

Wir (Julia, ihr Mann und ich) waren im Schwetzinger Schlossgarten, am letzten Tag, bevor sich das Wetter eingetrübt hat. Es waren viele Leute im Schlossgarten, aber der ist so riesig, dass er auch viele schlucken kann, ohne dass man sich auf den Füssen rumtrampelt. Einige Hochzeitsshootings wurden auch gemacht. Eine Braut war so pfiffig, unter ihrem voluminösen Brautkleid grüne Chucks zu tragen fürs Fotoshooting im Park statt hochhackiger Schuhe. Recht hatte sie!

weisse Brücke
Das typische Motiv im Schlossgarten: Ein weisses Brückchen über dem Flüsschen.

Wir nun hatten dort unseren persönlichen Führer getroffen. Ein Rentner, der seit ein paar Jahren fast jeden Tag in den Park kommt. Erst zur Entspannung in einer Lebenskrise, mittlerweile ist es ihm zur Gewohheit geworden. Ein netter Herr, mit dem wir uns gut verstanden haben, der uns gerne geführt hat und nie aufdringlich dabei war. Ich hoffe, wir treffen ihn wieder!
Zum Eingang erzählte er uns, dass ein Gänsepärchen (kanadische Wildgans und so eine weisse) miteinander verheiratet seien, deren Kinder aber wiederum keine Mischlinge seien, sondern rein weiss. Tiefenentspannt seien sie, wüssten genau, wen sie mögen und wen nicht.
Zum Ausgang liess er uns Rätsel raten (und erklärte dann auch) über die Uhr am Ausgang. Die ist so alt, dass sie anfangs nur einen (grossen) Zeiger hatte, den Stundenzeiger. Sehr viel später ist der (kleine) Minutenzeiger eingebaut worden. So kommt es, dass Besucher irritiert sind, wenn sie auf diese Uhr blicken, denn normalerweise ist der Stundenzeiger klein und der Minutenzeiger gross, so wie wir es heute kennen.

Mehrere Stunden waren wir im Garten, heute bin ich ganz erledigt davon.
Von den meisten meiner Bilder bin ich nicht überzeugt, aber so ist das, wenn man "zum ersten Mal" (vor langer Zeit war ich im Schlossgarten) einen Ort besichtigt (wie ich im vorigen Posting erklärt habe).