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Ein Tantentag wäre auch gut.

Analog zum Muttertag wäre ein Tantentag gut.

Meine gute Tante hätte einen solchen Tag verdient. Ich werde ihr nie vergessen, wie sie und ihr Mann (mein Onkel, Bruder meines Vaters) damit umgingen, als ich ihnen von meinem Vater (mit dem ich so überhaupt nicht klar kam) berichtete. Das war, soweit ich das erkennen kann, regelrecht Benchmark. Die beiden haben das einfach angenommen, ohne irgendwie zu polarisieren oder meinem Vater davon übel gesinnt zu sein oder wie auch immer. Und sie haben drüber nachgedacht. Gerade meine Tante hat dann ihre eigenen Fragen an mich gestellt und festgestellt, dass ich mit meinem Vater einfach überfordert war.

So etwas kannte ich sonst nicht. Da war immer Polarisierung, keine Sachlichkeit. Das hat so in der Seele gut getan.

Hoch die beiden, hoch die Tante!

Ein toter Blogger.

Der (u.a.) Blogger Oswald Prucker ist gestorben. Ein Verlust.

Das Blog von Oswald kannte ich noch nicht lange, habe es durch den UberBlogr-Webring kennengelernt. Reingelesen und gleich abonniert. Endlich mal ein Politikblog, das mich ansprach, denn Oswald war einer mit Witz, Sachverstand und Überblick.

Ich hatte mich schon eine Weile gewundert, wieso seit Januar kein Posting mehr von ihm kam. Letztens hatte ich dann endlich nachgeforscht und feststellen müssen, dass er im Februar verstorben ist. Die Nachrufe, die ich gelesen habe, sagen einhellig dasselbe: Er fehlt.

Schade.

Häutungen

Der Frühling ist ausgebrochen, es treibt die Leute aus dem Haus. So auch Julia und mich. Wir hatten uns für heute für so quasi zu einer Touri-Tour durch Heidelberg verabredet: Hauptstrasse (Deutschlands längste zusammenhängende Fussgängerzone), Bergbahn, Schloss, Apotheken-Museum, grosses Fass und einkehren in einer Chocolaterie.

Eingang des Schlosses, links Julia.
Eingang des Schlosses, links Julia.

Wir sehen uns nicht so oft (weil wir an sehr verschiedenen Orten wohnen) und so fiel es mir richtig auf: Ich habe mich innerlich gehäutet.
Nicht mehr diese (mords) innere Anspannung, sondern viel gelassener. Ab und zu kommt noch ein Anflug von früherer Haltung auf, aber ich kann jetzt darauf vertrauen, dass das passé ist.

Blick vom Schloss auf die alte Brücke, der Himmel war bedeckt.
Blick vom Schloss auf die alte Brücke, der Himmel war bedeckt.

Bin ich froh. Auch beim Stricken merke ich das. Ich stricke viel ruhiger und gelassener, mit einer ganz anderen Attitude als früher, vor nicht allzu langer Zeit. So schlimm wie beim Bücherlesen ist es nicht (ich war zu früheren Zeiten der reinste Bücherwurm, heute lese ich viel weniger und in der Hauptsache Sachbücher), doch ich merke es.

Jahresstart.

Luftschlange.
Luftschlange vom Silvester-Raclette liegt dösig herum.

Das alte Jahr ist nun vergangen, die Luftschlange liegt dösig herum. Davor noch ein paar Reste vom Raclette.
Das neue Jahr ist angebrochen, und ich wünsche Euch viel Frohes, Freudiges, das Euch widerfährt bzw. das Ihr in die Welt bringt.

Ich zitiere hier Dirk aus seinem Jahresrückblick:
Wenn Ihr es nicht schon tut, sucht Euch bitte eine Organisation oder ein Projekt, das Ihr ehrenamtlich oder finanziell unterstützt. Wir können alle zusammen die Welt besser machen. Jeder ein kleines bisschen. Schritt für Schritt.

Ich stehe voll hinter diesem Aufruf und sage, dass es sich lohnt, sich zu engagieren.
Natürlich geht nicht immer alles glatt, aber hey, wir sind Menschen mit einem lernfähigen Hirn. Setzt Euch mit den Dingen auseinander, lernt daraus und daran. Nichts und niemand ist vollkommen, deswegen sage ich, dass wir lernfähig sind.

Privates und öffentliches – Welche Themen wir bewusst aus unseren Blogs heraushalten.

Ein Posting zu den BlogWochen2025.

Was ich aus meinem Blog heraushalte:

- Die Arbeit. Das ist für mich tabu, nicht nur, weil ich eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben habe. Ich schreibe von der Arbeit höchstens so etwas wie (das ist ein frei erfundenes Beispiel) ein Kollege habe mir Tipps für Getreidekaffee gegeben. Solche harmlosen Small-Talk-Dinger schreibe ich, aber auch die höchst selten.

- Konflikte mit Personen aus meinem Umkreis. So etwas ist direkt zu klären. Der Umweg übers Blog wäre kontraproduktiv. Einzige Ausnahme: Mein Vater, weil das gar zu haarig war. Und zu viele Aussenstehende involviert. Da war eh nichts privat. Ich habe es deswegen für besser gehalten, meine Stimme zu erheben.

- Was mir im Vertrauen erzählt worden ist. Im Vertrauen erzählt ist im Vertrauen erzählt. Das gehört nicht an die Öffentlichkeit.