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Tradwives: traditionelle Frauen

Ein Freund ist zu Besuch und erzählt mir von den sog. tradwives. Das ist eine Wortneuschöpfung aus „traditional“ und „wives“. Es sind junge Frauen, die sich auf TikTok und Insta zelebrieren. Und zwar einen Lebensstil zelebrieren, der aus den 50er Jahren stammt. Die Frau zurück ins Heim, dem Mann dienend, sich um die Care-Arbeit kümmend, kochen, sich aufputzen, …

Sucht im Internet mal danach, Ihr werdet einiges finden. Der Freund hatte es von 3Sat, aus der „Kulturzeit“. Aktuell hat die Emma dem Phänomen einen Artikel gewidmet, aber es war schon letztes Jahr Thema bei ZDF, tagesschau, taz, … Ich habe sogar einen Wikipediaartikel gefunden.

Ich guck mir das so an, les mir das durch, und denke: „Das kenne ich!“ Und: „Was ist wohl die Kehrseite der Medaille im Leben dieser Weibchen?“ Ich denke an die Lebensgefährtin meines Vaters (seit einigen Jahren verstorben), an die Frau meines Bruders. Keine der beiden integriert(e) sich in meiner Familie/Verwandtschaft. Erstere halte ich für einen schweren Missbrauchsfall, zweite hat so viel auf dem Kerbholz, dass es mehr als genug Leute gibt, die mit ihr nichts zu tun haben wollen. Leute, die sie wirklich kennen. (Sie ist äusserst destruktiv. Ich wusste gar nicht, dass man so aggressiv sein kann, noch dazu aus dem Nichts heraus.)

Dann schaue ich mir wieder diese Artikel an, die mir erzählen, dass diese Weibchen immer vom Wohlwollen ihres Mannes abhängig sind, dass sie devot sind, ihm untertan, ...
Und dann denke ich mir: Abgesehen davon, dass kein Ehemann so für Sicherheiten sorgen kann, wie sie das gerne hätten, sind das Strukturen, die Missbrauch fördern, der gerade oft im Nahfeld, in Familien stattfindet. Das kann nicht lange gut gehen, das muss kippen. Wenn es nicht schon im Kern verdammt ungesund ist, wenn ich mir die Partnerinnenwahl der männlichen Mitglieder meiner Familie anschaue.

Und ich? Ich selbst bin von diesen Weibchen schon so bekämpft worden, da kann man nichts mehr sagen. Sie sind alles andere als harmlos, sondern heimtückisch, hintenrum, ...

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Kommentare

Torsten am :

Und die drängen sich freiwillig selbst in diese veralteten Rollen hinein? Und wollen damit die Erfolge jahrzehntelanger feministischer Bemühungen rückgängig machen, oder wie? Völlig unverständlich, finde ich.

Violine am :

Da ist was faul, da gebe ich Dir recht. Diese alten Rollen sind so eigentlich auch gar nicht lebbar, Frauen haben nicht wegen nichts so vehement dagegen aufbegehrt.

Diese Influencerinnen machen - laut den verschiedenen Artikeln, die ich dazu gelesen habe - einen ziemlichen Reibach mit Werbung auf ihren Kanälen, sind also geschäftstüchtig.
Und wenn ich mir diese "Weibchen" anschaue, die ich aus dem real life kenne und sich so unnatürlich zelebrieren, eben die traditionelle Frau zelebrieren/inszenieren: Das ist so richtig aussen hui und innen pfui (um mal jede Diagnose wegzulassen).

Julia am :

Tradwives sind ein trauriges Phänomen unserer Zeit und passen leider in die vielen negativen Entwicklungen, bei denen im Moment vieles "rückwärts" zu laufen scheint. Ich denke, Frauen bietet das Modell ein Stückweit "Sicherheit" und es ist eine Flucht vor sich selbst, vor Problemem und Verantwortung. Eigenes Geld zu verdienen ist schwierig. Eine traditionelle Rolle bietet Sicherheit und politische Stimmen wollen ja auch wieder klassische Geschlechterrollen, keine Trans-Personen usw. Wenn wir in Rollen gequetscht werden, sind wir berechenbarer und können leichter manipuliert werden. Insofern gilt es, das alles kritisch zu hinterfragen!

Violine am :

Mir kommt da wieder die Jahreslosung der (evang.) Kirche in den Sinn (weiss nicht, ob das ökumenisch ist oder nicht):
"Prüft alles und das Gute behaltet."
Ich finde das so sinnig, besonders für dieses Jahr.
Einfach hinterherlaufen ist nicht, sondern nachdenken und prüfen.

Julia am :

eine schöne Jahreslosung, das passt gut

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